Nikipedia

Mit diesem Beitrag habe ich am 22. Juli 2012 meinen Blog „Auf ein Glas“ bei blog.de eröffnet. Der Blogeintrag beschreibt die schwierige Geburt von Nika Lubitsch und ihrem ersten eBook.

 

Auf die Plätze, fertig, los!

 

Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Nika Lubitsch. Geboren wurde ich am 15. Juli 2012 auf einem zugemüllten Schreibtisch, bei strömendem Regen und grollendem Himmel. Dabei habe ich Glück gehabt, dass ich keine Zangengeburt geworden bin, weil meine Mom vor lauter Anstrengung das Colaglas auf die Tastatur gekippt hat. Meinen Namen hat sie übrigens aus einem Automaten gezogen. Und sowas nennt sich Kreative.

Mom ist auch Schriftstellerin. Eine seriöse natürlich. (Wieso hat die jetzt eigentlich laut gelacht?) Wie alle Mütter ist auch meine tierisch ehrgeizig. Was Mutter nicht geschafft hat, soll ich jetzt richten. Einen Bestseller zum Beispiel. Na, nichts leichter als das, habe ich gesagt, du immer mit deinen renommierten Verlagen. Alles Schnarcher – selbst ist die Frau.

Also haben wir unsere wunderbaren Short(s) Stories ganz einfach als eBook bei Amazon veröffentlicht. (Wieso lacht die jetzt schon wieder? Weil ich „ganz einfach“ gesagt habe? Okay, das war eine Lüge.)

CoverrichtigStrandglutWozu hat man eigentlich eine Mutter, die mal in der Werbung war? Seit Donnerstag haben wir „Strandglut“ als kostenlose Werbeaktion angeboten. Über Nacht ist das eBook auf Platz 4 der Gratis-Bestsellerliste  im Kindle Shop geschossen. In vier Tagen haben wir jetzt schon über 4000 Downloads. Aktuelle Platzierungen: Platz 2 im Gratis-Kindle Shop, Platz 1 bei Krimi & Thriller, Platz 1 in Gegenwartsliteratur. Alice im Wunderland weit abgeschlagen. Gell, Mama, das wolltest du doch immer. Von wegen, keiner will Kurzgeschichten lesen. Wie gut, dass du deinen Agenten schon letztes Jahr gefeuert hast.

Mein erstes eBook auf KDP

 

Nika wer?

 

Nika Lubitsch ist ein Krimi-Pseudonym, gewonnen aus dem Namensgenerator von „Second Life“. Unter meinem richtigen Namen Monika von Ramin wurden lustige, freche Sachbücher über so ernste Themen wie die Wechseljahre oder die Liebe für Fortgeschrittene von Verlagen wie Eichborn oder Mosaik bei Goldmann verlegt. Aktuell ist „Ziemlich heiße Jahre“ beim mvg-Verlag erschienen, eine Neuauflage meines Klassikers „Mein letzter Tampon – Wenn böse Mädchen in die Jahre kommen“. Als gebürtige West-Berlinerin und bekennendes böses Mädchen kam ich so ziemlich überall hin, heute lebe ich mit meinem Mann in Berlin und ab und zu in unserer Herzensheimat Cape Coral, Florida.

Meinen ersten Roman schrieb ich zusammen mit einer Freundin mit 17, es war die Parodie eines Kitschromans. Da das niemand merkte, wurde die Parodie tatsächlich als Kitschroman veröffentlicht. Ich wollte immer Krimis schreiben, aber der erste Versuch im Alter von 26 ging tödlich schief: Die Manuskripte kamen stapelweise ungelesen zurück. Ein Verlag retournierte das Krimi-Manuskript von „backstage“ mit der Bemerkung „Anbei Backs-Tage zurück. Wir verlegen keine Kochbücher“. Ich war nachhaltig beleidigt, genau genommen schmollte ich zwanzig Jahre. 1999 schrieb ich „Der 7. Tag“. Diesmal lasen die angeschriebenen Verlage zumindest in das Manuskript rein. Aber es fand sich niemand bereit, eine „neue, deutsche Krimiautorin“ aufzubauen. Man empfahl mir zu einem kleinen Verlag zu gehen. Ein kleiner Verlag sollte also die Arbeit tun, während die großen ausschließlich ausländische Lizenzen kauften? Nö, danke.

Ich schmollte weiter und schrieb „Mein letzter Tampon“. Endlich ein eigenes Buch. Ich musste 51 Jahre alt werden, um wieder ein Buch veröffentlichen zu dürfen. Aber die Verlagserfahrungen waren nicht prickelnd: Eichborn ging pleite und mein Agent verschwand mit meiner Kohle in der Versenkung. Musste ich mir das alles nochmal antun? Nein, fand ich und zeigte dem Buchmarkt die kalte Schulter.

Weihnachten 2011 bekam ich einen Kindle geschenkt. In einem Buch von Ruprecht Frieling las ich von der Möglichkeit, eigene Texte direkt auf den Reader zu laden. Ein halbes Jahr später war es soweit. Nika Lubitsch wurde auf einem zugemüllten Schreibtisch geboren…

 

2 thoughts on “Nikipedia

  1. Hallo Nika,

    ich nehme an, Du bevorzugst hier das Du.
    In irgendeinem Beitrag von Dir zum Selfpublishing erwähnst Du mvg, über den Du vertreibst. Könntest Du das näher erläutern? Ich stehe (notwendigerweise) auch vor der Überlegung Selbstverleger zu werden. Lange war ich von den vielen Warnungen und den wenigen Empfehlungen hin und her gerissen und bin es eigentlich noch. Der Beitrag von Dir lässt mich wieder „ich versuch’s“ denken. Aber vorher möchte ich mir doch über das, was da an Arbeit auf mich zukommt, möglichst klar werden.
    Vertreibt mvg Deine ebooks + printbooks?

    Wenn Du Zeit für eine Antwort findest, danke ich schon mal.
    Gruß Ralph

  2. Hallo, Nika,
    als erstes bin ich über den Namen Lubitsch gestolpert, nein besser gesagt, aufmerksam geworden, da mein Name ähnlich lautet, nämlich Lubitz
    Bisher habe ich nur 2 Bücher gelesen, aber ich bin begeistert ,ich liebe Thriller
    Das 5. Gebot, war das 1. Buch, dann die 12. Nacht. Ich fand es recht gruselig aber sehr spannend, konnte gar nicht aufhören, eh ich mit
    dem Buch fertig war. Im Internet habe ich mich inzwischen informiert und bin sehr erstaunt darüber, wie fleißig du bereits gearbeitet hast.
    Ich werde mir jedenfalls noch einige Nika Lubitsch -Bücher anschaffen.
    Herzliche Grüße
    Gertrud

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