Lampenfieber

Ich könnte nie Schauspielerin werden. Oder gar Sängerin. Mich würde das Lampenfieber umbringen. Dabei habe ich gedacht, ich sei obercool. Und jetzt? Ich habe seit Tagen Bauchweh und zunächst auf einen Virus gehofft. Leider nicht, schüttelte mein Magen mit dem Kopf. Magengeschwür? Leberentzündung?

„Schätzchen, du hast Lampenfieber“, sagte meine weise Frau Mama. „Ich? Lampenfieber!“ Ich habe höhnisch gelacht. Leider musste ich feststellen, dass es mir in dem Moment ein wenig besser ging, als ich mir selbst eingestanden habe, dass da was dran war, was Mama vermutete. „Bei Gelgenheit werde ich Dir einmal erzählen, wie mich ein von mir bezahlter Lektor für viele Jahre in den Keller verbannt hat.“ Nö, Mama, heute nicht. Heute will ich mich freuen. Habe gestern schon so eine liebe Mail von einer lieben Kollegin bekommen und heute früh eine von einem lieben Leser. Ich freue mich wie eine Katze über einen gemopsten Fischkopf über jeden Leser, der mir eine Nachricht zukommen lässt. Danke dafür Leute, you made my day!

Vielleicht können sich Leser das gar nicht vorstellen: Man sitzt monatelang an einem Buch, das man für Leser schreibt. Nur von dem Leser sieht und hört man im Normalfall wenig. Das Publikum sitzt im Dunklen. Den Beifall hört man nur an der Ladenkasse. Es ist so schön, wenn irgendwo im Saal mal das Licht angeht und man den ein oder die andere sieht. Wie mein Leser sich fühlt, wenn er das, was ich mich Herzblut geschrieben habe, liest. Das will ich wissen. Nicht nur Lob. Sondern das spontane, wirkliche Gefühl. Denn wenn wir es nicht schaffen, das Herz unserer Leser zu erreichen, dann haben wir unser Herzblut umsonst vergossen. Scheiße, das hört sich jetzt echt kitschig an. Aber genauso meine ich es.

Es ist schon ein komisches Gefühl, so eingerahmt zu sein, auf der Bestsellerliste zwischen Fade of Gray und dem Hundertjährigen, der aus dem Fenster sprang. Ich müsste doch heulen vor Freude. Statt dessen grummelt mein Bauch, der olle Schwerennöter. Immer, wenn eine neue Rezi kommt, dann zittern mir die Hände, bevor ich sie öffne. Ich habe neue bekommen.

Danke M. Rosenberg, Peter, Martina und Krobsi! Für Euch schreibe ich.

Fadeofgrayhundert

 

6 thoughts on “Lampenfieber

  1. Hallo Marlene_S,

    man braucht keinen Kindle, man kann auf jeden Computer einen kostenlosen Reader für Kindle legen. Aber mit sooo süßen jungen Katzen würde ich nicht zum Lesen kommen, sehen aus wie meine zwei Beiden als sie noch Katzenkinder waren.

    Liebe Grüße
    Nika Lubitsch

  2. Hallo,

    irgendwie gibt es ja für alles eine App 😉
    Sogar für das Kindle 🙂

    So ganz kann ich mich mit digitalen Büchern noch nicht anfreunden, mir fehlt das Buch, der Geruch, die Gewohnheit. Naja, man muss halt auch mit der Zeit gehen 😉

    Oh, so jung sind die zwei Schnurrmaschinen gar nicht mehr, auch wenn sie sich oft wie Kitten benehmen. Der eine ist im Mai 13 geworden und der Dunkle im April fünf 🙂 Dem Dunklen würden Bücher manchmal auf fehlen, denn er beißt ab und wann einmal rein 😉

    Viele Grüße
    Marlene

  3. Hey Nika,

    als Gitarrist hab ich früher das ein oder andere Mal mit Lampenfieber zu kämpfen gehabt! Teilweise so richtig doll! Inzwischen kenne ich viele gute Tipps dagegen, wenn du willst dann schau mal auf meiner Seite vorbei.

    Davon abgesehen hast du doch fast nur gute Bewertungen und die schlechteste kritisiert nicht deine Schreibe, sondern nur die Formatierung. Beneidenswert 😉

    Liebe Grüße
    Thomas

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